Gesundheitliche Folgen von Streustrahlung
Möglichkeiten zum Strahlenschutz – Reduzierung der Streustrahlung
Dieser Artikel gibt Ihnen einen Überblick über die Möglichkeiten zum Strahlenschutz im OP. Wir möchten Ihnen zeigen, wie Sie die Streustrahlung im OP reduzieren können. Hierbei sollen Ihnen unsere Kurzvideos helfen die physikalischen Hintergründe zu verstehen. Darüber hinaus wollen wir Ihnen natürlich auch kurz und knapp ein Regelwerk an die Hand geben. Hier haben sich die 3A Regeln im Strahlenschutz etabliert:
- Abstand
- Abschirmung
- Aufenthaltsdauer
Zu den einzelnen A’s der 3A Regel finden Sie unten weitere Videos. Zur Aufenthaltsdauer gibt es kein Video.
Die Strahlenexposition im Herzkatheterlabor
Laut einer Studie aus der American Heart Association von Andreassi et al. (2016) sind interventionelle Kardiologen und das Pflegepersonal während ihrer Berufszeit einer erhöhten Strahlenexposition ausgesetzt. Diese kommt vor allem durch die Streustrahlung, die im Patienten entsteht, zustande. Am stärksten betroffen ist dabei der erste Untersucher,
Ein Vergleich der Beschäftigten im Herzkatheterlabor und einer Kontrollgruppe ergab, dass die Personen aus dem Herzkatheterlabor fast 3-mal so häufig an Hautläsionen erkranken wie die Kontrollgruppe. Auch das Risiko an grauem Star zu erkranken, war mehr als 6-mal höher als in der Vergleichsgruppe. Dieser signifikante Unterschied ist auf eine erhöhte Augenlinsendosis der Untersucher und des Pflegepersonals zurückzuführen. In der Studie konnte ebenfalls ein erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken, festgestellt werden. Bei den Mitarbeitern des Herzkatheterlabors waren bisher insgesamt 2,6 % an Krebs erkrankt, während es in der Kontrollgruppe nur 0,7 % waren. Ein Zusammenhang, dass dies an der erhöhten Strahlenbelastung liegt, konnte daher nicht ausgeschlossen werden.
Des Weiteren gab die Studie Hinweise darauf, dass Beschäftigte im Herzkatheterlabor häufiger an Schmerzen im Bewegungsapparat leiden als die Vergleichsgruppe. Auch Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Depressionen und Angstzustände traten in der Vergleichsgruppe seltener auf als in der Gruppe der Mitarbeiter des Herzkatheterlabors. Diese Zusammenhänge müssen in Zukunft noch genauer untersucht werden.
Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass die Effekte von Strahlung auf den menschlichen Körper weitaus komplexer sind, als bisher gedacht. Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien, die insbesondere die Strahlenbelastung des Personals im Herzkatheterlabor untersuchen z.B. Andreassi et al. (2019).
Insbesondere auf Zellebene können bleibende Schäden durch die Exposition mit ionisierender Strahlung auftreten, die zu Langzeitschäden führen können. Die Folgen ionisierender Strahlung auf zellulärer Ebene werden jedoch erst im Laufe der Zeit sichtbar. Die Studie von El-Sayed et al. (2017) legt nah, dass durch eine Exposition mit ionisierender Strahlung DNA-Schäden auftreten können. Andreassi et al. (2019) zeigen, dass durch eine langfristige Belastung mit ionisierender Strahlung das gesamte Immun- und Lymphsystem geschädigt werden kann.